Ich sehe was, was du nicht siehst.

Ich sehe was,...

»Ich sehe was, was du nicht siehst« ist ein altbekanntes Kinderspiel. Es funktioniert nach dem Prinzip der geheimen Beobachtung eines Objektes aus dem unmittelbaren Umfeld durch denjenigen, der das Rätsel aufgibt. Die Aufgabe des Gegenübers besteht darin, zu entschlüsseln worum es sich handelt. Dabei kommt es nicht selten vor, dass man sich verzettelt, weil man Offensichtliches übersieht oder winzige Details außer Acht lässt.

Die Ausstellung »Ich sehe was, was du nicht siehst« beruft sich auf dieses Spiel, indem sie den Titel aus der Position der Künstler formuliert. Dabei wird bewusst mit der Eingangsvoraussetzung gespielt, dass Autismus mit einer Reihe von Vorurteilen, Stigmata, Mystifizierungen und Halbwissen in Verbindung gebracht wird. So gesehen wird die Ausstellung selbst zum Rätsel. Ihre Exponate legen Hinweise zu einer vermeintlichen Lösung nahe, die den Betrachter an die Grenzen seiner eigenen Kunstwahrnehmung bringen.

 

... was du nicht siehst.

Über 180 Künstlerinnen und Künstler mit Autismus folgten einem Aufruf, den die Initiative »akku – Autismus, Kunst und Kultur« im Jahr 2007 tätigte. In der Jurysitzung vom Oktober 2009 wurde entschieden, alle Einreichungen bis zum Stichtag zu repräsentieren. Einerseits um den Anlass des 40-jährigen Bestehens von Autismus Deutschland e.V. zu würdigen, andererseits, um einen Überblick über die vielfältigen künstlerischen Aktivitäten in Deutschland zu geben.

Durch die Ausstellung werden Kunstwerke aus ihren ursprünglichen Verstecken geholt. Aus Privatwohnungen, Wohnheimen, Werkstätten, Künstlergemeinschaften und Ateliers, aus Schubladen und Schränken, Mappen und Kladden. Sie begeben sich plötzlich aus einem geschützten in einen exponierenden Raum, der für die Kunst gebaut wurde. Bilder, Skulpturen, Texte, Fotografien und Videos mit Seltenheitswert stellen sich damit der Betrachtungsmöglichkeit, die ihr Eigenleben als Kunstwerk erst sichtbar macht. Eine neue Erfahrung für viele der gezeigten Künstler und zugleich eine Chance zur Entdeckung der eigenen Wirksamkeit durch das Werk.

 

Die Jury

 

Das Kuratoren-Team

Eine Werkschau von Künstlerinnen und Künstlern mit Authismus

29. Mai -
20. Juni 2010
documenta-Halle
Kassel

 

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akku
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